DAU
Inspiriert vom Leben sowjetischer Physiker, die die Atombombe entwickelten, erzählt DAU die Geschichte eines brillanten, griechischstämmigen Physikers, der von 1928 bis 1968 in der UdSSR lebt.
Getrieben von dem Wunsch, die Gesetze des Universums zu verstehen, wird Dau bald gezwungen, sein Genie in den Dienst des Staates zu stellen und an der tödlichsten Waffe der Geschichte mitzuwirken.
In einem geheimen Forschungsinstitut ist der Alltag vom Primat der Wissenschaft, von Macht, Überwachung und Privilegien geprägt. Zunehmend seiner Selbstbestimmung beraubt, sucht Dau in einer endlosen Folge von Affären außerhalb seiner Ehe nach Freiheit und Glück und verliert schließlich sich selbst und seine Fähigkeit zu lieben.
Über vier Jahrzehnte des Umbruchs hinweg ist DAU zugleich das intime Porträt eines Mannes und das monumentale Fresko einer von Gewalt und Ideologie geprägten Gesellschaft.
Eine Saga über die Suche nach Glück, den Preis der Freiheit und die zahllosen alltäglichen Kompromisse, die unmerklich sowohl ein menschliches Schicksal als auch den Lauf der Geschichte formen.
Der Film bildet den Abschluss des umfassenden DAU-Projekts — eines langjährigen multidisziplinären Werks an der Schnittstelle von Film, Kunst, Anthropologie, Architektur und Performance. Das Projekt auf dau.com entdecken.
Der Film DAU bildet den Abschluss von mehr als zwanzig Jahren Arbeit. Er verbindet Material, das vor über fünfzehn Jahren gedreht wurde, mit Szenen aus den vergangenen Jahren und formt daraus ein einziges, geschlossenes Werk. Von der Zeit selbst geprägt, konnte dieser Film nur heute entstehen.
Am Anfang stand mein Interesse am Menschen — an unserer Fähigkeit zu lieben, schöpferisch tätig und frei zu sein, moralische Entscheidungen zu treffen und Glück in einer Welt zu erfahren, in der ein totalitäres System die menschliche Natur selbst allmählich verändert.
Ich wählte einen Griechen als Protagonisten. Als Vertreter einer vorchristlichen Zivilisation hatten die Griechen völlig andere Vorstellungen von Moral und Ethik als wir. Die griechische Tragödie vereint Schicksal und Freiheit: Das Schicksal existiert als höhere Ordnung, erfüllt sich jedoch durch zahllose, beinahe unmerkliche menschliche Handlungen.
Die zeitgenössische Physik war der zentrale konzeptuelle Bezugspunkt des Projekts, aus dem die Sprache des Films entstand. In den verschiedenen Teilen des Films schufen wechselnde Kameraleute, Szenen- und Kostümbildner drei eigenständige visuelle Welten. Mit ihnen verändern sich Komposition, Licht, Farbe, Ton, Rhythmus, Kamerabewegung und die Art, wie die Darsteller im Film präsent sind. Dokumentarische Wirklichkeit, Traum, Vision und historisches Gedächtnis wurden zu gleichberechtigten Zuständen einer einzigen Realität, in Analogie zur Quantenphysik — einer Realität, in der Zeit und Raum nicht länger linear oder festgelegt sind.
Dasselbe Prinzip bestimmte die Besetzung. Der Film entstand über vier Jahre mit Tausenden von Komparsen, die ihre Zeit verkörperten. Ihre Körperlichkeit, Sprache, ihr Blick, ihre Bewegungen und ihr Schweigen prägten die Dramaturgie des Bildes ebenso sehr wie das Drehbuch.
In DAU ist die Welt mit beinahe archäologischer Präzision konstruiert und existiert zugleich nach den freien Gesetzen der Kunst. Ich wollte eine filmische Erfahrung schaffen, die mit dem Ende des Films nicht endet: Licht, Ton, Raum, Rhythmus, Körper und Zeit wirken auf das bewusste wie das unbewusste Erleben des Publikums ein und über das Filmende hinaus in ihm fort.
Ilya Khrzhanovsky wurde 1975 geboren und ist Filmregisseur und Produzent. 1998 schloss er sein Studium am Staatlichen Institut für Kinematographie (VGIK) ab.
Sein Spielfilmdebüt 4 wurde bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig uraufgeführt und anschließend beim International Film Festival Rotterdam mit dem Tiger Award und zahlreichen weiteren internationalen Preisen ausgezeichnet.
2006 begann er die Arbeit an DAU, das sich über mehr als zwei Jahrzehnte zu einem multidisziplinären Projekt an der Schnittstelle von Film, bildender Kunst und Anthropologie entwickelte. Zwei Filme des Projekts, DAU. Natasha und DAU. Degeneration, wurden 2020 in die offizielle Auswahl der Internationalen Filmfestspiele Berlin aufgenommen. DAU. Natasha wurde für die Kameraarbeit von Jürgen Jürges mit dem Silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung ausgezeichnet.
Khrzhanovsky gab 2024 seine russische Staatsbürgerschaft auf und ist deutscher, britischer und israelischer Staatsbürger. Wegen seiner öffentlichen Kritik am Putin-Regime und seiner konsequenten Antikriegshaltung stufte ihn das russische Justizministerium als „ausländischen Agenten“ ein.
DAU ist der Höhepunkt von mehr als zwei Jahrzehnten künstlerischer und filmischer Arbeit.
- Internationale Filmfestspiele von Venedig
Premiere des Spielfilmdebüts 4
- Tiger Award
International Film Festival Rotterdam
- Offizielle Auswahl der Berlinale · 2020
DAU. Natasha & DAU. Degeneration
- Silberner Bär
Herausragende künstlerische Leistung — Kamera: Jürgen Jürges
Stab und Besetzung
Ilya Khrzhanovsky
Ilya Khrzhanovsky
unter Mitwirkung von
Susanne Marian, Vladimir Sorokin, Ilia Permiakov
Jürgen Jürges, Manuel Alberto Claro, Lol Crawley
Ilia Permiakov, Rob Myers
Denis Shibanov, Olga Gurevich, Boris Shapovalov
Kirill Vasilenko, Elena Gurvich, Guillaume Bouchateau, Rob Myers, Maksym Demydenko
Lyubov Mingazitinova, Irina Tsvetkova, Alexandra Timofeeva, Alexandra Smolina-Rozanova, Stefania Graurogkayte, Elena Bekritskaya, Olga Bekritskaya
Jekatarina Oertel
Dasha Sherman
Hauptbesetzung
- Teodor Currentzis
- Radmila Shchogolieva
- Anatoly Vasiliev
- Vladimir Azhippo
- Dmitri Tcherniakov
- Dmitry Cheglakov
- Demyan Kudryavtsev
- Maria Nafpliotou
- Ekaterina Andreeva
- Victoriia Skytska
- Konstantin Leshan
- Ekaterina Pachkovskaya
- Alexey Blinov
- Aleksey Trifonov
- Peteris Kimelis
- Nikita Nekrasov
- Alexander Migdal
- David Gross
- Carlo Rovelli
- James Fallon
- Peter Sellars
- Daniil Ishmatov
- Yuriy Alekseev
- Pavel Gordienko
- Vladimir Yermolenko
- Nikolay Voronov
Carsten Höller, Marina Abramović, Romeo Castellucci
Phenomen Berlin, Essential Films, Parisienne de Production, Plattform Produktion, Arte France Cinéma, Westdeutscher Rundfunk & IP Filmworks
Ilya Khrzhanovsky, Philippe Bober, Leonid Lebedev
Susanne Marian, Solal Coutard, Svetlana Dragayeva, Erik Hemmendorff
Medienboard Berlin-Brandenburg, Mitteldeutsche Medienförderung, Eurimages – Council of Europe, Swedish Film Institute
Noch offen
Deutschland, Frankreich, Schweden
Russisch, Englisch, Griechisch
Synopsis, Szenenbilder, Poster sowie vollständige Angaben zu Stab und Besetzung sind für akkreditierte Medien und Festivalvertreter auf Anfrage erhältlich.
Für Presse, Festivals und allgemeine Anfragen
info@phenomenfilms.com- Vorführung in Venedig
- Laufzeit
- 195 Minuten
- Länder
- Deutschland / Frankreich / Schweden
- Sprachen
- Russisch / Englisch / Griechisch
- Sektion
- Venezia 83 Competition